Sieben Wochen lang hat Christina Leitz geglaubt, dass es vorbei ist. Das Haus ist verkauft, die Ehe entschieden, Berlin ist der Ort, an dem sie jetzt lebt. Sie hat geschwiegen, um jemanden zu schützen, der es nicht verdient hatte, zerstört zu werden.
Dann beginnt Evas Prozess.
Am fünften Verhandlungstag sagt eine Zeugin etwas, das nirgends in der Akte steht: Sie war in jener Nacht am Bootshaus. Und Christina wusste es seit Monaten. Sie hat es niemandem gesagt. Nicht ihrer Anwältin. Nicht der Polizei.
Plötzlich geht es im Gerichtssaal nicht mehr um die Glaubwürdigkeit der Angeklagten. Es geht um Christinas eigene. Während die Verteidigung aus ihrem Schweigen eine Geschichte formt, die sie selbst kaum wiedererkennt, begreift Christina etwas, das schlimmer ist als jede Anklage: Die Frau, der sie am meisten vertraut hat, hat von Anfang an entschieden, welche Wahrheit sie erfahren durfte.
Und Anna Winter ist nicht einem Täter gefährlich geworden. Sie ist einem ganzen Netz aus Menschen gefährlich geworden, die alle etwas zu verlieren hatten. Christina auch.
Was ist man, wenn man benutzt wurde, um etwas Richtiges zu tun?
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