Ein Fünfzehnjähriger liegt in Greifswald auf der Intensivstation. Die Ärzte finden keine Ursache. Er trinkt nicht, er raucht nicht, er trainiert fünfmal die Woche. Er hat nur ein Nahrungsergänzungsmittel genommen, ein halbes Jahr lang, auf dem Ostsee steht.
Lina Bach heißt eigentlich anders. Sie war achtzehn Jahre lang Journalistin, bis 2023 ein Konto auf ihren Namen eröffnet wurde, das sie nie eröffnet hat. Seitdem lebt sie unter falschem Namen in einem Reetdachhaus auf Rügen und prüft für Anwaltskanzleien, ob Videos echt sind.
In der Nacht nach dem Anruf findet sie zu dem Präparat zweihundertelf Studien. Neun davon sind echt.
Die anderen zweihundertzwei wurden geschrieben, damit jeder Arzt, jede Behörde und jede Suchmaschine dieselbe ausgezeichnete, freundliche, vollständig falsche Antwort bekommt.
Man muss keine Behörde mehr bestechen. Man muss nur genug schreiben.
Sechzehn Tage später steht Lina auf einer Baustelle bei Sagard. Ohne Waffe. Ohne Redaktion, die sie druckt. Mit sechs Seiten Papier, auf denen jeder Satz stimmt.
Quelle Amazon