Kategorie: Grundlagen

Das eigentliche Brandmalen

Bei der Pyrographie arbeitet man sich Schicht für Schicht zum fertigen Motiv: zuerst der Hintergrund, dann der Vordergrund, und jeweils immer erst die hellen Bereiche, dann die dunklen. Das Ziehen langer Linien ist eher schwierig und sollte vermieden werden. Meist bleibt man irgendwo am Holz hängen und es entstehen unschöne, dunkle Punkte. Besser ist es von oben nach unten in Etappen zu arbeiten. Kleine Missgeschicke können oft mit Schleifpapier behoben werden.

Experimentieren ist wichtig

Probiere alle Brennschleifen auf einem Stück günstigem Sperrholz aus. Nur so bekommst du ein Gefühl, welche Brandmale mit welcher Brennschleife möglich sind. Als nächstes gilt es die Wirkung der verschiedenen Temperaturen zu probieren.  Niedrige Temperaturen erzeugen eher helle, hohe Temperaturen dunkle Brandmalereien. Die Temperatur sollte auf das Holz angepasst werden. Entstehen bei der Arbeit zu schnell sehr dunkle Brandspuren und entwickelt sich dazu noch starker Rauch, muss die Temperatur verringert werden. Hinterlässt die Brennschleife hingegen kaum Brandspuren reicht die Temperatur für dieses Holz noch nicht aus.

Die richtige Haltung

Ein Brandmalkolben wird wie ein Stift gehalten, also locker zwischen Daumen und Zeigefinger. Drücke bei der Arbeit nicht zu stark mit der Brennschleife auf, sie könnte sonst beschädigt werden. Ist das Holz gut vorbereitet gleitet die Brennschleife auch ohne Druck mühelos darüber.

Geeignete Werkstoffe für die Pyrographie

Das klassische Material für die Brandmalerei ist Holz. Damit sollte auch jeder Anfänger seine ersten Versuche unternehmen. Dabei ist helles, wenig gemasertes und weiches Holz, dem  harten, dunklen Holz vorzuziehen. Hat man bereits etwas Übung in der Pyrographie kann man sich auch an Leder, Kork oder sogar Papier wagen und es mit Brandpuren verzieren. Bei der Bearbeitung von Leder sollte man auf pflanzlich gegerbtes Leder zurückgreifen. Bei chemisch bearbeitetem Leder können durch das Verbrennen gesundheitsschädliche Gase entstehen.

Bevor die ersten Motive auf das Holz gebracht werden, solltest du dich mit dem Brandmalkolben und seinen verschiedenen Aufsätzen vertraut machen.

Eine kleine Brennschleifen-Kunde

Welche Spitzen eignen sich für die Brandmalerei?

Brennschleifen oder Formspitzen sind die wechselbaren Brennköpfe des Brandmalkolbens. Dabei besitzen Brennstifte meistens Formspitzen und Brennstationen in den meisten Fällen Brennschleifen. Brennschleifen, wie auch Formspitzen, sind in den unterschiedlichsten Ausführungen erhältlich und erzeugen verschiedenste Brandmale.

Klassische Brennschleifen

  • Dünne, spitze Brennschleifen: sie werden zum Zeichnen von Konturen und Feinheiten benutzt.
  • Gebogene Brennschleifen: diese Form ermöglicht das Zeichnen von weichen Übergängen und die Bearbeitung großer Flächen
  • Abgeflachte, runde Brennspitzen: sie sind die Allrounder und eignen sich je nach Haltung für feine Linien und dichte Flächen
  • Abgeflachte, breite Brennspitze: sie ist für feine, dünne Linien und Schattierungen vorgesehen


Formspitzen
Die vielen verschiedenen Formen der Formspitzen sind meist als Set erhältlich. Die erzeugten Brandmale sind vergleichbar mit den Brennschleifen. Runde Spitzen sind Allrounder, flache für Schattierungen und spitze für Konturen. Darüber hinaus sind inzwischen auch Musterstempel erhältlich. Mit diesen kann ein kleines Motiv auf das Holz gebrannt werden. Beliebte Musterstempel sind Herzen, Stern oder kleine Figuren.

Manche Hersteller haben auch fertige Buchstaben als Brennspitzen im Sortiment mit denen ganz leicht Namen oder Zitate gebrannt werden können.

 

Der Start in die Brandmalerei: Grundlagen

Sicherheit an erster Stelle

Das Hobby der Brandmalerei ist durchaus mit gewissen gesundheitlichen Risiken verbunden. Nicht nur, dass die am Brandmalkolben erreichten Temperaturen von bis zu 1000°C, bei unsachgemäßer Handhabung oder Unachtsamkeit zu wirklich schmerzhaften Verbrennungen führen können. Die Arbeit des Brandmalens geht auch grundsätzlich mit einer Rauchentwicklung einher. Dieser Rauch enthält Kohlenstoff. Befinden sich Harze, Pilze oder chemische Verunreinigungen im Holz können zusätzlich gesundheitsschädliche Dämpfe entstehen. Ist man solchen Dämpfen regelmäßig und intensiv ausgesetzt, können Erkrankungen der oberen Atemwege und der Lunge, sowie Hirnschädigungen die Folge sein.

Deshalb ist es wichtig gewisse Schutzmaßnahmen zu ergreifen:

  • Pyrographie sollte nur in sehr gut gelüfteten Räume ausgeführt werden
  • Für größere und längere Arbeiten ist eine Absauganlage oder das Tragen einer Atemschutzmaske ratsam
  • Die Arbeit sollte auf einer feuerfesten Unterlage erfolgen
  • Ebenfalls sollte eine feuerfeste Ablagemöglichkeit für den Brandmalkolben vorhanden sein, auf der der Kolben stabil und sicher abgelegt werden kann
  • Das zu bearbeitende Material sollte unbehandelt, sauber und frei von Klebstoff sein
  • Das Tragen einer Schutzmaske und- brille ist angeraten
  • Der Brandmalkolben sollte niemals unbeaufsichtigt am Stromnetz verbleiben, er könnte einen Brand auslösen
  • Die Brennschleife darf niemals berührt werden, auch nicht um zu testen ob sie schon heiss ist
  • Vor dem Wechsel der Brennschleife sollte sie gut abkühlen um Verbrennungen zu vermeiden
  • Plastik oder Kunststoff ist für die Brandmalerei absolut ungeeignet, bei der Verbrennung dieser Stoffe entstehen giftige Dämpfe
  • Achte bei der Arbeit auf eine gute Sitzposition um Rückenbeschwerden zu vermeiden
  • Kinder sollten niemals ohne Aufsicht das Hobby des Brandmalens ausüben!