Poesie trifft auf Jugendbuch. Tabus treffen auf Wahrheiten. Worte treffen auf eine erschütternde Realität.
»Manchmal glaube ich, dass jeder Mensch, dem ich begegne, ein Wort in mir hinterlässt.«
Seit vier Jahren sieht Fiona zu. Dabei, wie ihr Vater ihre Familie verließ. Wie sich ihr bester Freund von ihr lossagte. Und dabei, wie sie selbst zerbricht. Das Einzige, das sie daran hindert, in dieser Traurigkeit unterzugehen, sind die Gedichte, die sie heimlich in ihr Notizbuch schreibt. Worte, die ihr Trost spenden, während sie zu Hause kaum mehr als eine Fremde ist und in der Schule Opfer dreier Mitschülerinnen, die ihren Alltag zur Hölle machen.
Als sie jedoch Zeugin wird, wie eines dieser Mädchen auf einer Party sexuell belästigt wird, realisiert sie, dass kein Ort dieser Welt frei von Schatten ist. Und dass es Menschen gibt, die keine Worte, sondern Tragödien hinterlassen.
Ein bewegender und aufwühlender „Coming of Age“-Roman über eine ungewöhnliche Freundschaft, die erste Liebe und die tiefsten Wunden, die das Leben reißen kann.
»Du musst nicht wie sie sein, um etwas wert zu sein.«
»Vermutlich nicht, nein«, gestehe ich. »Aber vielleicht kann ich etwas von ihr lernen, das ich mir alleine nicht beibringen kann.«
»Und was wäre das?«
»Stark zu sein.«
Ein paar Sekunden höre ich ihm beim Atmen zu, erwarte eine Floskel, die mir einreden soll, bereits genug Stärke zu besitzen. Doch wie immer überrascht er mich. »Und was lernt sie von dir?«
Allein, dass er mir diese Frage stellt, lässt mich mich selbst ein kleines bisschen mehr lieben. Weil sie impliziert, dass ich tatsächlich etwas geben kann. Und ich glaube, diese Erkenntnis ist seit langer Zeit etwas, das mich niemand anderes sein lassen will.
»Durchzuhalten«, antworte ich irgendwann. »Ich zeige ihr, wie sehr es sich lohnt, durchzuhalten.«
Marie Döling – Crest Valley High 01 – Kein Ort dieser Welt
Marie Döling – Crest Valley High 02 – Ein Loch im Universum
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